Patienteninformation

Unvollständige Kostenerstattung der Krankenkassen

 

 

Sehr geehrte/r Patient/in,

 

Wir bedanken uns für das Vertrauen, das Sie in uns setzen, indem Sie zur Behandlung in unsere Praxis kommen. Um Missverständnisse und Probleme bereits im Vorfeld auszuschließen, möchten wir Sie darauf hinweisen, dass wir ab 01.01.18 unser Privatabrechnungssystem dem allgemeinen Abrechnungsstandard anpassen.

 

Die von uns für Sie zu erbringende Leistung wird in der Regel durch Ihre ärztliche Verordnung festgelegt. Als Gegenleistung wird zwischen Ihnen und uns eine Honorarvereinbarung fixiert. Das heißt, der Behandlungsvertrag wird ausschließlich zwischen Ihnen und uns geschlossen, nicht etwa zwischen uns und dem privaten Krankenversicherer.

 

Die Höhe der von Ihnen zu entrichtenden Vergütung für die Behandlung ist selbstverständlich Bestandteil des Behandlungsvertrags und wird Ihnen daher vor Aufnahme der Behandlung mitgeteilt. In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu wissen, dass eine für Physiotherapeuten verbindliche Gebührenordnung für den Bereich der privaten Krankenversicherung nicht existiert. Es gilt der 1,8 bzw. 2,3-fache Satz des gesetzlichen Kassensatzes als üblich, wir berechnen ab dem 1.1.18 den 2,0-fachen Satz.

 

Wir möchten Sie an dieser Stelle darüber informieren, dass einige private Krankenversicherer versuchen, den Ihnen zu erstattenden Betrag auf den so genannten Beihilfesatz zu beschränken. Mit verschiedenen Argumenten versuchen die Privatkassen ihren Versicherten zu suggerieren, der Beihilfesatz sei der in Deutschland übliche Preis und insofern maximal erstattungsfähig. Wir, als Ihre physiotherapeutische Praxis, müssen uns gegen diese Versuche der Versicherer wenden. Eine einfache Kürzung der Rechnungen auf das Niveau der Beihilfesätze entspricht in keiner Art und Weise den tatsächlichen rechtlichen Vorgaben. 

 

Da wir Ihre Versicherungsverhältnisse nicht überprüfen können, bitten wir Sie daher in jedem Fall vor Beginn Ihrer Behandlung bei uns zu prüfen, ob Sie einen speziellen Tarif abgeschlossen haben, der geringere Erstattungen vorsieht. Dies ist natürlich zulässig, von uns aber nicht vorhersehbar.

 

Sollte Ihre Krankenkasse Probleme bei der Erstattung machen, beachten Sie Folgendes:

Laut eines Urteils des Oberlandes-Gerichts Karlsruhe vom 06.12.1995 gilt:

 

1.)   Es gibt keine Gebührenordnung für krankengymnastische Leistungen, so dass z.B. die Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) nicht anwendbar ist.

 

2.)   Als Privathonorar für persönliche Leistungen kann der 2,3-fache Kassensatz als Kostenerstattung verlangt werden.

 

3.)   Eine Anlehnung der erstattungsfähigen Leistungen an die Beihilfesätze ist für Therapeuten nicht bindend.

 

Sollte es zu außergewöhnlich geringen Erstattungen Ihrer Versicherung mit derartigen Begründungen (s.o.) kommen, nutzen Sie die von uns bereitgestellten Widerspruchsvorlagen und Musterbriefe. Diese händigen wir Ihnen gerne aus.

 

 

 

Mit freundlichem Gruß,

Ihr Physiozentrum ProCorpore